Interessante Woche

In der letzten Woche ist sehr viel passiert. Am Samstag feierte Benni seiner Abschiedsparty. War wirklich interessant wie er mit seinen Freunden umgeht und wie er das alles handhabt. Er geht mit der ganzen Sache ein wenig anders um als ich. Er geht das wohl etwas bedachter an, so wie er eben ist. Doch auch ihn scheint das alles etwas mitzunehmen.

Am Montag habe ich nähere Infos zu der ersten Gastfam bekommen. Und am Mittwoch nacht habe ich das erste mal bei ihnen angerufen. War aber wohl nix. Es ging nur der Anrufbeantworter dran und ich habe draufsprechen müssen. War wirklich ein komisches Gefühl, das erste Mal dort anzurufen und dann geht niemand hin.

Am Donnerstag hieß es dann ab ins Konsulat nach Frankfurt. Um 5 Uhr musste ich aufstehen. Um halb 7 sollte Abfahrt sein. Da Benni am selben Tag noch in Frankfurt abflog, sollte sich also die ganze Familie + Uscha auf den Weg machen. Ich musste mich jedoch schon zuhause verabschieden. 2 Autos, doch ich musste ja ins Konsulat. Ich fand es sehr schade, dass ich nicht mit an den Flughafen konnte. Zunächst dachte ich, mich würde das alles recht kalt lassen. Doch als ich dann meinen Bruder das letzte Mal im Arm hatte, kamen auch mir die Tränen. Es hat mich mehr mitgenommen, als ich gedacht hatte. Ich weiß nicht, ob es Angst oder Trauer war. Aber ich glaube, dass ich einfach ein wenig Angst vor dem hatte und habe, was noch auf mich zukommt.

Nun ging es also los zum Konsulat. Mein Dad hat mich dort nur abgesetzt. Das Handy habe ich natürlich mitgenommen, was im Endeffekt auch gut so war. Zunächst habe ich mich wie alle anderen auch in der Schlange vor dem Konsulat angestellt um eine Nummer zu bekommen. Ein schwarzer amerikanischer Polizist machte dort richtig Stimmung. Doch machte er mich darauf aufmerksam, dass Handys im Konsulat nicht erlaubt sind. Und so musste ich zu einem Kiosk rennen um es dort zurückzulegen. Wieder am Konsulat habe ich meine Nr bekommen, ab durch alle Kontrollen und dann hieß es warten... 1,5 Stunden warten. Endlich wurde meine Nr aufgerufen und ich durfte an den ersten Schalter. Dahinter saß eine unfreundliche deutsche Frau die meine Papiere kontrollierte. Es schieß alles zu klappen, bis sie meinte, dass ein Zahlungsnachweis fehle.. Das war der reinste Schock für mich. Sie prüfte noch nach, doch er war angeblich nich bezahlt. Sie schickte mich knallhart weg.
Ich stand erstmal völlig perplex da und suchte nach Hilfe. Denn mein Visum war somit nicht genehmigt.  Nach ewigem gestresse und hin und her, kam mein Dad zum Konsulat und wir druckten in einem Hotel die Bestätigung aus. Mit ein bisschen Glück und lieben Lächeln durfte ich also nochmal an den Schalter und alle Papiere waren da.

Danach hieß es nochmal 30 min warten. Nun durfte ich endlich zum zweiten Schalter. Dahinter saß ein netter junger Ami, der das Interview machte. Wir diskutierten über Baseball und er genehmigte das Visum ENDLICH. Nach 5 Stunden im Konsulat.

Heute morgen fügte mich lustiger Weise Michele Fleming, meine Gastmum, mich in Facebook hinzu. Nach ein paar e.mails hin und her habe ich sie heute Nacht angerufen. Sie ist soo nett und aufgeschlossen. Wir haben EINE STUNDE telefoniert. Sie bestellt mir jetzt Schultshirts und hat mir einiges erzählt. Wie die Familie so drauf ist. Sie scheinen sehr lustig und locker zu sein. Und eine Ausgangssperre scheint auch nich ganz so schlimm zu sein. Habe ihr auch gesagt, dass das in Deutschland alles ein wenig lockerer ist. Und am Ende habe ich sogar noch kurz mit Connie, der einen Gastschwester telefoniert. Sie ist wirklich süß, aber ein wenig schüchtern.
Achso, also die Gastfam besteht aus Michele, Justin, Connie und Star. Sind alle noch recht jung und scheinen wirklich eine glückliche Familie zu sein.

Ich bin eigentlich total glücklich. Aber irgendetwas bedrückt mich gerade. Ich kann nur noch nicht ganz zuordnen was es ist. Ich kann mich noch nicht so richtig freuen nächste Woche dorthin zu fliegen. Ich weiß nicht, ob ich am zweifeln bin, ob das alles das richtige ist. Aber ich möchte mich auf keinen Fall beschweren, denn so viel Glück wie ich, haben wohl nicht alle. Nun gebe ich mein bestes und hoffe, dass sich meine komische Stimmung legt. 

8.8.09 02:11

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